Die  Entstehungsgeschichte  unsere  Leonberger

 

 

Unsere Enkeltochter Sabrina hat im Biologie-Unterricht ein Refarat über den Leonberger zusammengestellt. Ich freue mich, dass ich dieses Referat zusammen mit unseren Ergänzungen mit ihrer freundlichen Genehmigung hier veröffentlichen darf:
 


2008 war das "Heinrich-Essig-Jahr"!

Heinrich Essig wurde 1808 geboren. Anlässlich seines Jubiläums stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Ereignisse seines Lebens und die Chronik der Leonberger Hunde sowie der Clubs bzw. Vereine vor:

1808
Heinrich Essig wird in der Stadt Leonberg geboren und geniesst später als Stadtrat hohes Ansehen. Wie man annimmt, hatte er sich das hohe Ziel gesetzt, einen Hund zu züchten, der in seinem Erscheinungsbild einem Löwen,dem Wappentier der Stadt Leonberg, nahe kam

1846
Der erste, wirkliche "Leonberger", genannte Hund wurde geboren und machte Leonberg zur ältesten, urkundlich belegten Hundezuchtstätte Deutschlands.

1870
Österreichische Zeitungen schreiben über den ersten der sieben Leonberger von Kaiserin Elisabeth von Österreich. Dieser neue Lieblingshund der Kaiserin soll 1400 Silbergulden gekostet haben. 1873 Werden bereits 374 Hunde exportiert. Der Kaufpreis eines Hundes lag etwa bei 1000 Gulden. Berühmte Besitzer waren unter anderem: Kaiser Napoleon III. in Frankreich, Prince of Wales in England, König Umberto von Italien, und der italienische Nationalheld Garibaldi. In Deutschland zum Beispiel Großherzog Friedrich von Baden, Richard Wagner und Bismarck. 1889 Nach dem Tode Heinrich Essigs 1889 wurde der Leonberger als Zucht abgewertet. Man betrachtete den Leonberger als unangenehme Begleiterscheinung der Bernhardinerzucht: " Was man nicht definieren kann, das sieht man gut als Leonberger an".

1895
Um das Fortbestehen des Leonbergers als Rasse zu sichern, gründeten Freunde des Leonbergers den " Internationalen Club für Leonberger Hunde"

1901
Der " Nationale Leonberger Club " mit Sitz Apolda in Thüringen wird gegründet

1908
Der " Leonberger Club " mit Sitz in Heidelberg wird gegründet

1945
Idealisten sammeln die Reste der Rasse und versuchen eine neue Zuchtbasis aufzubauen

1948
Der " Deutsche Club für Leonberger Hunde e. V. " mit Sitz in Leonberg wird gegründet. Dieser Club ist Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und der Federation Cynologique Internationale (FCI) und vertritt heute noch die Interessen der Leonberger Rasse und ihrer Freunde.

1975
Auf Initiative des damaligen 1. Vorsitzenden des deutschen Clubs, Robert Beutelspacher, wird im Rathaus der Stadt Leonberg die "Internationale Union für Leonberger Hunde" gegründet. Dieser Union gehören Clubs in Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Belgien, Frankreich, Österreich, Italien, der Schweiz, neuerdings auch sogar in den USA, Tschechien, der Slowakischen Republik und Ungarn an.

1978
Der Österreichische Club für Leonberger Hunde wurde im Juli 1978 in Maria Plain (Sbg.) gegründet. Bei der Gründungsfeier waren von 45 Mitgliedern 22 anwesend. Von den damaligen Vorstands-Gründungsmitgliedern blieb uns bis heute nur unser jetziger Zuchtreferent, Herr Peter K. Cejnek, erhalten. Rasch stieg die Mitgliederzahl auf ca. 120 bis 130 Mitglieder, die sich bis heute eigentlich kaum änderte. Anmeldungen und Austritte kamen und gingen mit dem Leben der Leonberger Hunde und auch mit dem Interesse an Ausstellungs- und Clubgeschehen.

In jüngster Vergangenheit besaß auch die Familie des Komponisten Carl Orff und der Sänger Adamo Leonberger Hunde. Der Sänger Ivan Rebroff hat sie sogar jahrelang gezüchtet.

Inzwischen gibt es in Europa wieder einige tausend Leonberger. Dennoch ist der Leonberger eine seltene Rasse geblieben. Es kann sogar vorkommen, dass man in der Stadt Leonberg nach der Rasse seines Hundes gefragt wird, obwohl der jeweilige Oberbürgermeister von Leonberg von je her Schirmherr der Zucht ist.

Geschichte:
Über die Herkunft des Leonbergers gibt es zwei verschiedene Theorien. LeonbergerDie erste favorisiert in Deutschland: Heinrich Essig wurde 1808 geboren war Mitte des 19. Jahrhunderts Stadtrat der Stadt Leonberg und darüber hinaus ein passionierter Hundezüchter. Um 1840 wollte er einen Hund züchten, der dem Löwen im Leonberger Stadtwappen glich und kreuzte dazu unter anderem Neufundländer und Bernhardiner. Der erste als Leonberger offiziell registrierte Hund wurde im Jahr 1846 in Leonberg geboren und nach seinem Geburtsort benannt.

Heinrich Essig konnte seine Leonberger sehr gut verkaufen, und viele Prominente dieser Zeit, unter anderem Kaiserin Sissi, Napoleon III, der Prinz von Wales, König von Umberto I von Italien, König Edward VII von England, Richard Wagner und Bismarck, konnten so einen schönen und stolzen Hunden ihr Eigen nennen.

Die zweite Theorie besagt, dass der Leonberger ein direkter Abkömmling des Alpenhundes war, der in den Graubündner Alpen heimisch war und inzwischen ausgestorben ist. Des weiteren fand man in Archiven Belege dafür, dass schon die Fürsten von Metternich um 1.625 Hunde züchtete, die dem heutigen Leonberger bis aufs Haar glichen. Nach dieser zweiten Theorie soll die Stadt Leonberg ihren Namen von den löwenähnlichen Hunden aus den Bergen erhalten haben, die auf dem berühmten Hundemarkt des schwäbischen Ortes gehandelt wurden.

Der erste Club für diese Rasse wurde im Jahr 1895 im thüringischen Apolda gegründet. Der Club konnte jedoch nicht verhindert, dass der Leonberger im Ersten Weltkrieg beinahe ausstarb. Im Jahr 1922 nahm sich ein anderer Verein dieser Hunde an, und nach einen zweiten Tief während des Zweiten Weltkriegs, konnte die Rasse endgültig gefestigt werden.

Nach einem wahren Leonberger-Boom in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist der Leonberger zur Zeit auch in Frankreich sehr populär. In Deutschland ist der Leonberger inzwischen bekannter als der Bernhardiner.

Wesen, Haltung:
Der Leonberger hat auch Retterqualitäten. So ist zum Beispiel bei der deutschen und österreichischen Bergwacht ist er mit großem Erfolg als Lawinenhund im Einsatz. Er hat auch eine Vorliebe fürs Wasser und wird als Rettungshund gerne eingesetzt. Er hat einen äußerst kraftvollen Schwimmstil und ein kleines Boot kann er mit Leichtigkeit ans Ufer ziehen.

Der "Löwe" ist ein Hund mit einem großen Herz für alle. Nicht nur sein Menschenrudel wird überschwänglich mit seiner Liebe überhäuft. Sogar Besucher, die nur zweimal im Jahr zu Besuch kommen, werden sehr freundlich empfangen. Ja, sogar dem Postboten ist er innig zugetan. Auf diese Weise sucht er und findet immer und überall neue Freunde.

Eine Schwäche aber, hat auch der Leonberger. Er neigt zu Trägheit und Stubenhockerei. Das darf das Herrchen natürlich nicht noch unterstützen, auch wenn es draußen regnet, muss sich der Leonberger bewegen, das tut dem Körper und der Seele des Hundes gut. In diesem Hund steckt eine Menge, es muss nur von seinen Menschen gefördert werden.

Der Leonberger braucht unbedingt ein Haus mit Garten. Was aber nicht heißt, dass er in seiner Hundehütte ein tristes Hundeleben führen soll. Er braucht den Kontakt zu seiner Familie. Besonders Kinder werden von ihm geliebt und behütet. Sein Herrchen sollte nicht aus allzu zimperlichen Schwächlingen bestehen, denn wenn er nach Hause kommt, dann wartet hinter der Tür schon der Hund und springt an ihm hoch, um ihn auf seine Art abzuknutschen. Das Herrchen sollte der Urgewalt des Hundes etwas entgegen setzen können, sonst bringt ihn das Hündchen garantiert zu Fall. Und auf die Dauer kann das nervig werden.

Charakter:
Den Leonberger zeichnen viele Charaktereigenschaften aus. Er strahlt viel Kraft und Ruhe aus. Jegliche Hektik und jeder Lärm um ihn herum gehen scheinbar unbemerkt an ihm vorbei - Gelassenheit und Furchtlosigkeit zählen zu seinen Stärken. Andererseits ist der Vierbeiner überaus temperamentvoll und selbstbewusst. So ist er immer bemüht, seine Familie zu beschützen und freut sich im Gegenzug über jedes Spiel und jede Beschäftigung.

Der Leonberger eignet sich hervorragend als Familienhund. Durch seine hohe Reizschwelle und seine ungebrochene Gutmütigkeit verhält er sich gerade auch bei Kleinkindern und anderen Haustieren äußerst loyal. Wie bei jedem Hund muss man bei ihm auf eine gute Erziehung Wert legen. Diese nimmt er meist schnell an und zeigt sich fortan bemüht, seinen Bezugspersonen zu gefallen. Wichtig für den Hund ist der Kontakt zum Menschen. Er will immer und überall dabei sein. Da nimmt er auch schon mal eine ungemütliche Autofahrt in Kauf

Ernährung, Pflege:
Zum Frühstück frisst der "Löwe" am liebsten 100 g geröstetes Brot oder Haferflocken, dazu einen halben Liter Vollmilch, 20 g Butter und zwei Stück Zucker. Als Abendbrot mag 600 g Fleisch, 400 gekochte Nudeln, 200 g Karotten und 30 g Trockenfutter. Alles in allem insgesamt über 3000 Kalorien. Man sollte darauf achten, dass der Hund nicht alles auf einmal und ohne zu Kauen verschlingt. Er neigt nämlich dazu, sich seinen Magen dadurch zu verderben.

Seine Pflege ist eher unaufwendig. Sein schönes Fell muss regelmäßig durchgebürstet werden. Aber man sollte keinen Striegel dazu benutzen, sonst reißt man ihm die schützende Unterwolle aus. Ein Besuch beim Hundefriseur ist nicht nötig.

Aussehen:
Der Leonberger Hund hat einen muskulösen Körperbau, wirkt aber dennoch nicht klobig. Er hat einen lang gezogenen Kopf und eine „Mähne“ die ihm das Aussehen eines Löwen geben. Mit bis zu 80 cm Schulterhöhe ist der Leonberger eine Stattliche Erscheinung. Das Fell ist Cremefarben bis Rotbraun. Auch das unterstreicht wieder die Ähnlichkeit mit einem Löwen.

Widerristhöhe:
Bei Rüden zwischen 72 und 80 cm, bei Hündinnen zwischen 65 und 72 cm.

Gewicht:
Zwischen 55 und 65 kg.

Farbe:
Hellgelb, goldgelb bis rotbraun, mit dunkler Maske; sandfarben, silbergrau. Weiß ist unbedingt zu verwerfen.

Durchschnittliche Lebenserwartung:
9 bis 10 Jahre